#Gedanke: In die Stille

„Ich tue nichts.

Ich schalte
einfach nur das Licht aus
und die Stille
und die Dunkelheit
saugen mir das Gift aus…

Es ist als ob ich sinke,
wie eine Tauchfahrt
in mein Innerstes.
Ich brauche
den Klang der Stille
wie ein Blauwal.

Ich erinnere mich…

Ich habe Ruhe,
es ist still,
ich bin allein
mit meinen Gedanken,
hier gibt es keine Grenzen,
hier gibt es keine Schranken…

Ich bin allein,
es ist still
und ich finde
zu mir selbst.
Ich verschmelze
mit dem Universum
und verschwinde
in der Welt.“

(Die Firma,
aus: Stille)

Neuer Blog: Akono – Perspektive Mannsein

Ein sehr anregender und tiefsinniger Blog, den ich Euch wärmstens ans Herz legen will, ist online gegangen: „Akono – Perspektive Mannsein“!

Betrieben wird der Blog von Stefan Szych. Dieser ist 1965 geboren, verheiratet, zweifacher Vater, Katholik und Journalist. Seit 2004 ist er Freimaurer im christlichen Freimaurerorden und 2016 durchlief er die Männerinitiation nach Richard Rohr. Bereits im Juni 2020 veröffentlichte er den Artikel „Warum Freimaurer?“ auf meinem Blog.

Die Aufmachung seines Blogs ist einfach und gleichzeitig edel gehalten, weshalb er übersichtlich daherkommt und man sich intuitiv auf ihm zurechtfindet.

Dem Inhalt hat Stefan den Kategorien „Mannwerden„, „Mannsein“ und „Einssein“ zugeordnet. Hierbei geht es darum, „vom Jungen zum Mann“ zu werden, als Mann in die eigene „leise wahre Stärke“ zu kommen und in die „eine Einheit“, die „das Ziel eines jeden Mannes“ ist, hineinzuwachsen. Ein wesentliches Element der Identitätsfindung als Mann bedeutet in diesem Kontext auch, sich wieder als „geliebten Sohn“ zu begreifen und den „verlorengegangenen Kontakt zum leiblichen Vater, zu Gott und zum eigenen Wahren Selbst“ wieder zu entdecken. Ziel dieses Prozesses ist es, der Mensch zu werden, „als der man gedacht war“, der seinen „Platz im großen Bild“ wiedergefunden hat, „eins mit allem, was ihn umgibt, ist“ und somit „Schöpfer seines Lebens“ geworden ist.

Hierbei schöpft Stefan auf seinem Blog aus der Fülle der christlichen Mystik, der archaischen Initiationsriten, der spirituellen Männerarbeit, des christlichen Freimaurerordens, der Lehre der Archetypen, des christlichen Mönchstums, der Schöpfungsspiritualität, der jüdisch-christlichen Kabbala sowie den verschiedenen Traditionen der Stille der unterschiedlichen Religionen … und ganz bestimmt ist diese Aufzählung nicht mal abschließend.

Neben Artikeln, die sich um die genannten Themenfelder drehen, veröffentlicht Stefan auch fortlaufend Rezensionen zu Büchern, die in dieses Spektrum gehören. Die Erfahrungen, die er in Jahrzehnten als Journalist gesammelt hat, kommen ihm hierbei sicherlich zu pass.

Abgerundet wird der Blog durch einen Veranstaltungskalender, eine ausführliche Linksammlung (auf der sich auch mein Blog wiederfindet 😉) und das Archiv sämtlicher veröffentlichter Artikel.

#Gedanke: Eingewoben

„Eingewoben
in die Wälder,
in die Wiesen
und das Land
sind Akkorde,
die sich um uns drehen.
Und wenn dies geheime Wispern
schmeichelnd uns die Sinne raubt,
werden wir in Rausch des Klangs vergehen.

Hörst Du es
im sanften Wind,
in dem Blätterrauschen?
Hörst du es,
wenn nachts der Regen fällt?
Kannst Du nach dem Lärm des Tages
still dem Himmel lauschen?
Hörst Du leis
den Herzschlag dieser Welt?

Hörst du es
durch Dach und Wand?
Fern von den Planeten
singt es,
triffst Du nur das Zauberwort.
Wir wollen wieder schweigen lernen,
umso besser hört das Herz,
ist all der Lärm dieser Welt erst fort.“

(Bannkreis,
aus: Bannkreis)

Glück

Irgendjemand hatte einmal gesagt: „Vierblättrige Kleeblätter bringen Glück.“ Keine Ahnung, woher dieser Aberglaube stammt. Es interessiert mich auch nicht. Denn so lange ich mich zurückerinnern kann, hatten solche Formen des Aberglaubens keine Relevanz für meinen spirituellen Weg.

Tatsächlich? Und warum machten wir uns dann als kleine Jungs auf, möglichst viele vierblättrige Kleeblätter zu finden? Mit „wir“ meine ich mich und eine Handvoll Kumpels, mit denen zusammen ich damals die Grundschule besuchte.

Wir verbrachten Nachmittag für Nachmittag auf den weiten und grünen Wiesen, die sich von unserem kleinen Dörfchen bis heran an das große Sumpfgebiet erstreckten. Stundenlang durchkämmten wir den Klee. Versunken in sein saftiges Grün. Eins mit der Tätigkeit des Suchens. Vollkommen aufgegangen im Augenblick. Gegenwärtig.

Und wie groß war die Freude, wenn einer von uns tatsächlich mal ein vierblättriges Kleeblatt fand. Und gleichzeitig war es Ansporn für den Rest, es ihm gleichzutun. Erst wenn die Sonne über uns oder die Glocke des alten Kirchturms auf dem Marktplatz verkündeten, dass sich der Tag dem Ende entgegen neigt, kehrten wir in unsere Häuser zu unseren Familien zurück.

Mit der Zeit wurde ich ziemlich gut im Suchen von vierblättrigen Kleeblättern. Ich entwickelte einen richtigen Blick für sie und fand auch eine ganze Menge von ihnen. Ich trocknete und presste sie mit Löschpapier zwischen den Seiten meiner liebsten Bücher. Irgendwann quollen meine Lieblingsbücher nur so über von Kleeblättern.

Und haben mir die vierblättrigen Kleeblätter nun Glück gebracht? Ja, ich glaube schon. Das Glück, das sie mir brachten, war die Suche nach ihnen.