„Was die Welt braucht,
sind nicht
mehr erfolgreiche Menschen,
sondern mehr Menschen,
die Frieden stiften,
heilen,
wiederherstellen,
Geschichten erzÀhlen
und lieben.“
Autor: Hagen Unterwegs
#Gedanke: Atem in Gott
„Es gibt den innerlichen Atem der Seele,
die in Gebet und Meditation Gott ebenso atmet,
wie der Leib die Luft.
Jener ist der Atem der Gesundheit,
dieser ist der der Religion.
Und wie der Mensch die Luft zum Atmen braucht
fĂŒr sein leibliches Leben,
so braucht er auch den Atem in Gott,
das Gebet und die Meditation der Religion,
fĂŒr sein seelisches Leben.“
(Valentin Tomberg)
Tief aus dem Wald

#Gedanke: Both
„I am both:
A Christian
who follows Jesus,
and a Universalist
who believes
there ist more
than one Path to God.“
(Jacqui Lewis)
Nebliger Dunst
Ich trat vor dieses alte Haus. Es war Teil eines kleinen Gehöftes, irgendwo auf dem einsamen Land. Seine AuĂenwĂ€nde waren weiĂ verputzt. Ringsherum lagen Felder und Weiden. Der nĂ€chtliche Vollmond schenkte die spĂ€rliche Ahnung von Licht. Vereinzelt durchzogen hier und da Nebelschwaden das Bild. In dem Haus sollte ich auf die Frau treffen, die ich heimlich begehrte und auf das kleine Kind, das meiner Hilfe bedurfte.
Ich drĂŒckte die schwere, leicht angerostete TĂŒrklinke herunter und die alte, massive HolztĂŒr auf. Ich trat ein. Nach links und rechts erstreckte sich ein in kahlem WeiĂ gehaltener, schmaler Flur. Kein Licht war entzĂŒndet. ZusĂ€tzlich zur nĂ€chtlichen Dunkelheit hĂŒllte ein nebeliger Dunst den Flur ein. Links und rechts vom Flur gingen hölzerne ZimmertĂŒren ab.
Langsamen und bedÀchtigen Schrittes ging ich den Flur zur linken Seite herunter. Jedes Zimmer, in das ich vorsichtig eintrat, war leer. Weder wartete dort die Frau, noch das Kind. Lediglich der Vollmond lieà sein fahles Licht durch die Fenster ins Innere der Zimmer fallen.
Am Ende des Flures stand ich schlieĂlich in der gerĂ€umigen KĂŒche des Hauses, welche rechts vom Flur abging. Die KĂŒche, der Ort, an dem Menschen gemeinsam Essen zubereiten, zusammen am Tisch sitzen und miteinander speisen. Der Ort, an dem Menschen Gemeinschaft haben und sich austauschen. Doch auch dieser Ort war menschenleer. Meine Sehnsucht, mein Verlangen, meine Neugier hatten mich hierhergefĂŒhrt. Doch hier war nichts.
Ich schritt den Flur zurĂŒck. Vorbei an geschlossen und offenstehenden hölzernen ZimmertĂŒren, vorbei an kahlen WĂ€nden. Durch dunklen und nebelartigen Dunst hindurch.
Am anderen Ende das Flurs stieĂ ich auf eine Wendeltreppe. Geschwungen fĂŒhrte diese tief hinab. Ich schaute ihr nach bis kein Unterschied mehr zu erkennen war zwischen ihr und dem Dunst des Dunklen, der sie umgab. Sollte ich hinabsteigen in die Tiefe und das Dunkle? „Tu es. Du weiĂt, wie es geht. Und Du weiĂt, dass da unten nichts ist, was Dich ĂŒbermannen könnte. Nichts, wovor Du Dich fĂŒrchten mĂŒsstest.“, flĂŒsterte eine Stimme in meinem Inneren.
Vorsichtig setzte ich meinen FuĂ auf die erste Treppenstufe. Behutsam nahm ich die Wendeltreppe. Schritt fĂŒr Schritt, Stufe fĂŒr Stufe. Meine Schritte hallten von den Stufen wider. Langsam tauchte ich in das Dunkel ein, das die Treppe umso stĂ€rker umgab, je mehr ich sie hinabstieg. Irgendwann blieben nur noch ich und die jeweils nĂ€chste Treppenstufe, auf die ich meinen FuĂ setzen konnte.
Als ich das Ende der Wendeltreppe erreicht hatte, war plötzlich helligter Tag. Doch die Sonne verbarg sich hinter grauen Wolken. Saftig grĂŒne Wiesen umgaben mich. Sie erstreckten sich zu allen Seiten, so weit das Auge reichte. Weit hinten irgendwo zeichneten sich Schemen von WĂ€ldern ab.
Im GrĂŒn der Wiesen klafften matschig braune Flecken. Krater und Furchen. Von Granaten und schwerem GefĂ€hrt gerissen. Zerstörtes KriegsgerĂ€t, zurĂŒckgelassene Waffen, leblose Körper in Uniformen und Schwaden gezĂŒndeten Schwarzpulvers durchsetzten die Landschaft. Dazwischen immer wieder Soldaten mit Gewehren in der Hand, die vorwĂ€rts drĂ€ngten.
Mit einem Mal wusste ich: Ich stand inmitten des Schlachtfeldes zwischen Russland und der Ukraine. Um mich herum tobte Krieg…
Horizont
Unsere FĂŒĂe versanken in weichem Sand. DĂŒnengrĂ€ser streichelten unsere Beine. Mit jedem Schritt. Obwohl die Sonne den Sand noch vor ein paar Stunden unter unseren FĂŒĂen hatte förmlich brennen lassen, fĂŒhlte er sich jetzt unerwartet kĂŒhl an. Obwohl die Sonne noch vor ein paar Stunden jegliche Feuchtigkeit aus dem Sand förmlich herausgebrannt hatte, durchzog ihn jetzt eine zarte NĂ€sse.
Wir lieĂen unsere Blicke ĂŒber die Weite des Meeres schweifen. Es lag beinahe regungslos und totenstill vor uns. Seine Ruhe durchsetzte das gesamte Bild bis hin zum Horizont. Und legte auf eine ganz eigentĂŒmliche Weise die ihm innewohnende Friedfertigkeit auf das gesamte Panorama.
Nach einigen hundert Metern hatten wir unseren Platz gefunden. Wir lieĂen uns im Sand nieder und den Ausblick auf uns wirken. DĂ€mmriger Schleier webte sich in die Landschaft ein. Und begann sanft, die verbliebenen Reste des Tages aus dem, was sich uns darbot, herauszusaugen.
Von weit hinten aus, von dort aus, wo Himmel und Meer aufeinandertrafen, breitete sich seltsames Lila aus. Erst erklomm es den Horizont. Dann fĂ€rbte es das Meer ein. Es schlich uns entgegen. Und schlieĂlich umhĂŒllte es uns von allen Seiten.
Die Natur erstrahlte in einer Weise, die wir vielleicht zum allerersten Mal in unserem Leben wahrnahmen. Wir verloren uns in diesem Anblick. UnfĂ€hig, auch nur ein Wort hervorzubringen. Welch ein Privileg, zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort verweilen zu dĂŒrfen.
Als das Dunkle die Oberhand gewann, erstand am Horizont ein feuriger Pilz. Es sah aus, als stiege er irgendwo weit hinter dem Meer auf. Erst noch ganz klein. Doch langsam wurde er gröĂer und breitete sich aus.
Böse Vorahnungen stiegen in uns auf. Wenige tausend Kilometer in die Richtung, aus der dieser feurige Pilz aufstieg, sprachen in diesem Moment die Waffen. Brudervolk gegen Brudervolk hatte sich erhoben. Ein hoher Blutzoll wurde gezahlt. Und schleifte die gesamte Menschheitsfamilie ins Ungewisse. Drohungen einer nuklearen Eskalation hingen wie ein Damoklesschwert ĂŒber dem Kriegsgebiet. Sollte dort das eingetreten sein, wovor wir uns alle so sehr gefĂŒrchtet hatten? Sollten dort gerade durch das nukleare Schwert ganze Landstriche, StĂ€dte und unzĂ€hlige Menschen ausgerottet werden? Sollte das Unvorstellbare tatsĂ€chlich eingetreten sein?
Je höher dieser feurige Pilz aufstieg, desto mehr enzwickelte er sich zu einem roten Ball. Von dort ganz hinten aus, wo Himmel und Erde aufeinandertrafen, begann er die gesamte Szenerie zu ĂŒberstrahlen. Kein Atompilz, sondern der Mond. Blutroter Vollmond. Je mehr die Nacht alles zudeckte, desto mehr erleuchtete er sie. Das Dunkel der Nacht konnte ihn nicht ĂŒberwĂ€ltigen. Und so wĂŒrde es bleiben bis zum Morgengrauen.
#Gedanke: Feuerwerk
„Wenn ich
Silvester-Feuerwerk kaufen wĂŒrde,
wĂŒrde ich nur solches nehmen,
das hochfliegt
und oben am Himmel explodiert…
…damit auch die,
die kein Geld fĂŒr Feuerwerk haben,
das sehen können
und sich daran erfreuen.“
(Mein ZEN-Meister)