#Gedanke: In die Stille

„Ich tue nichts.

Ich schalte
einfach nur das Licht aus
und die Stille
und die Dunkelheit
saugen mir das Gift aus…

Es ist als ob ich sinke,
wie eine Tauchfahrt
in mein Innerstes.
Ich brauche
den Klang der Stille
wie ein Blauwal.

Ich erinnere mich…

Ich habe Ruhe,
es ist still,
ich bin allein
mit meinen Gedanken,
hier gibt es keine Grenzen,
hier gibt es keine Schranken…

Ich bin allein,
es ist still
und ich finde
zu mir selbst.
Ich verschmelze
mit dem Universum
und verschwinde
in der Welt.“

(Die Firma,
aus: Stille)

#Gedanke: Einfachheit der Religionen

„Die größten Religionen
sind tatsächlich alle ganz einfach.

Sie bleiben ohne Zweifel alle
sehr wesentlich verschieden voneinander,
aber in ihrer inneren Realität
sind Christentum, Buddhismus, Islam und Judentum
äußerst einfach.

Und sie führen alle schließlich
zu dem einfachsten und überraschendsten Endpunkt
der unmittelbaren Konfronation
mit dem Absoluten Sein,
der Absoluten Liebe,
der Absoluten Barmherzigkeit
oder der Absoluten Leere
durch ein unmittelbares und hellwaches
Engagement im alltäglichen Leben.“

(Thomas Merton)

Neuer Blog: Akono – Perspektive Mannsein

Ein sehr anregender und tiefsinniger Blog, den ich Euch wärmstens ans Herz legen will, ist online gegangen: „Akono – Perspektive Mannsein“!

Betrieben wird der Blog von Stefan Szych. Dieser ist 1965 geboren, verheiratet, zweifacher Vater, Katholik und Journalist. Seit 2004 ist er Freimaurer im christlichen Freimaurerorden und 2016 durchlief er die Männerinitiation nach Richard Rohr. Bereits im Juni 2020 veröffentlichte er den Artikel „Warum Freimaurer?“ auf meinem Blog.

Die Aufmachung seines Blogs ist einfach und gleichzeitig edel gehalten, weshalb er übersichtlich daherkommt und man sich intuitiv auf ihm zurechtfindet.

Dem Inhalt hat Stefan den Kategorien „Mannwerden„, „Mannsein“ und „Einssein“ zugeordnet. Hierbei geht es darum, „vom Jungen zum Mann“ zu werden, als Mann in die eigene „leise wahre Stärke“ zu kommen und in die „eine Einheit“, die „das Ziel eines jeden Mannes“ ist, hineinzuwachsen. Ein wesentliches Element der Identitätsfindung als Mann bedeutet in diesem Kontext auch, sich wieder als „geliebten Sohn“ zu begreifen und den „verlorengegangenen Kontakt zum leiblichen Vater, zu Gott und zum eigenen Wahren Selbst“ wieder zu entdecken. Ziel dieses Prozesses ist es, der Mensch zu werden, „als der man gedacht war“, der seinen „Platz im großen Bild“ wiedergefunden hat, „eins mit allem, was ihn umgibt, ist“ und somit „Schöpfer seines Lebens“ geworden ist.

Hierbei schöpft Stefan auf seinem Blog aus der Fülle der christlichen Mystik, der archaischen Initiationsriten, der spirituellen Männerarbeit, des christlichen Freimaurerordens, der Lehre der Archetypen, des christlichen Mönchstums, der Schöpfungsspiritualität, der jüdisch-christlichen Kabbala sowie den verschiedenen Traditionen der Stille der unterschiedlichen Religionen … und ganz bestimmt ist diese Aufzählung nicht mal abschließend.

Neben Artikeln, die sich um die genannten Themenfelder drehen, veröffentlicht Stefan auch fortlaufend Rezensionen zu Büchern, die in dieses Spektrum gehören. Die Erfahrungen, die er in Jahrzehnten als Journalist gesammelt hat, kommen ihm hierbei sicherlich zu pass.

Abgerundet wird der Blog durch einen Veranstaltungskalender, eine ausführliche Linksammlung (auf der sich auch mein Blog wiederfindet 😉) und das Archiv sämtlicher veröffentlichter Artikel.

Licht

Ein Gastbeitrag von Werner J. Kraftsik

Es gibt Freimaurer, mit denen ich wiederholt inspirierenden Austausch hatte, obwohl ich sie noch nie in meinem Leben gesehen habe oder auch nur ihre Stimme kennen würde. Einer dieser Freimaurer ist Werner J. Kraftsik. Über die Kommentarfunktion meines Blogs kamen wir wiederholt ins Gespräch. Wahrscheinlich wegen seiner tiefgründigen und konstruktiven Art kam mir der Impuls, ihn zu fragen, ob er nicht einen Gastbeitrag auf meinem Blog veröffentlichen möchte. Nur zu gerne willigte er ein.

Bruder Werner J. Kraftsik ist 1946er Jahrgang, verheiratet und dreifacher Vater. Im April 1980 wurde er in die zur Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (3WK) gehörende Johannisloge „Galilei810“ in Kaiserslautern aufgenommen. In den folgenden Jahrzehnten lernte er im deutschsprachigen Raum sowie in den USA diverse unterschiedliche Lehrarten des Freimaurertums von innen kennen und übte auch verschiedene Logenämter aus. Mittlerweile hat es ihn in die gemischte Freimaurerei verschlagen, wo er aktiver Teil der Loge „Sabina von Steinbach“ des Hochgradsystems des „Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Deutschland“ ist.

Im Laufe der letzten 5 Jahre hat Bruder Werner J. Kraftsik mehrere Bücher zum Freimaurertum veröffentlicht. Näheres hierzu findet Ihr auf seiner Homepage. Ich möchte hier aber nicht unterschlagen, dass seine Veröffentlichungen unter Freimaurern bisweilen auch polarisierten und es durchaus auch Freimaurer gibt, die diese kritisch sehen.

Das ändert nichts daran, dass ich viele der Impulse und Perspektiven des Bruders Werner J. Kraftsik als derart bereichernd empfinde, dass es mir eine Ehre ist, einen Teil davon auf meinem Blog veröffentlichen zu dürfen. Die folgenden Gedanken entstammen seinem aktuellsten Buch mit dem Titel „Licht – Ursprung und Ziel der Freimaurerei!“. Ganz bewusst lässt er diesen Blogartikel mit offenen Fragestellungen enden, um – so die Hoffnung – beim Leser eine Initialzündung für weitere eigene innere Reflektionsprozesse zu setzen.

Doch genug der Vorrede, lest einfach selbst…

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LICHT

Wer sich als Suchender, oder als Freimaurer, mit den in der Freimaurerei verwendeten Symbolen beschäftigt, stößt von Anfang an auf ein immer wiederkehrendes Symbol: LICHT! Eine neugegründete Loge wird mit einer „Lichteinbringung“ eröffnet. Jemand, der sich für die Freimaurerei interessiert, wird häufig als ein „Suchender nach dem „Licht“ bezeichnet. Die freimaurerische Initiation wird mit der „Lichterteilung“ vollendet. Eine ordnungsgemäß arbeitende Loge wird durch das Entzünden verschiedener Lichter „erleuchtet“ und das Ende der Arbeit einer Loge wird durch das Löschen der Lichter vollzogen. Welche Bedeutung Licht für Freimaurer hat, zeigt sich auch darin, mit welchen begleitenden Worten das Licht gelöscht wird:
„Lösch aus du Licht, die Arbeit ist vollbracht,
wer weisen Sinnes – fürchtet nicht die Nacht!
Und ist ihr Dunkel noch so schwarz, so dicht,
des Starken Wahlspruch ist: Durch Nacht zum Licht!
Wer Schönheit hat ist seither selbst gewiss,
ihm leuchtet selbst die Finsternis!“

Fragt man „Initiierte“ konkret danach, was das Licht für sie bedeutet, sind die Antworten oft eher wenig konkret und lauten z.B.: „Mir wurde es seinerzeit als Metapher für Erkenntnis beschrieben.“ Um welche Art Erkenntnis es sich handelt konnte nicht angegeben werden, weil das nie thematisiert worden sei, eine >Eigeninterpretation< lautete: „Aus dem Bauch heraus würde ich auf Selbsterkenntnis oder Bewusstsein (wie bei Prometheus) tippen, was automatisch zu der Frage führt, was man in sich erkennen soll?“ Auch eine Antwort: Es geht um das Streben nach Erkenntnis, sein Wissen erweitern, Ideen entwickeln, sich selbst und seine Fähigkeiten entdecken und ausbauen… Manche antworteten, sehr kryptisch: „Wer suchet, der findet“ und dokumentierten damit, dass neu eingeweihte Freimaurer mit solchen Antworten sich alleine gelassen fühlen müssen, und damit die eigene Ahnungslosigkeit bestätigt scheint und man diese Frage (Suche) als unangemessen empfindet. Manche Antworten weisen darauf hin, sich selbst in seiner geringen oder höheren Bedeutung zu erkennen und entpuppen sich als sehr allgemeine und im Grunde nichtssagende Erklärungen.

Was also ist Licht? Das für Menschen wahrnehmbare Licht ist ein relativ schmaler Teil der insgesamt sehr umfangreichen Elektromagnetischen Strahlung, die von Ultraviolett (Höhen- und Gammastrahlung) bis zu Infrarotstrahlung in den vielfältigsten Erscheinungsformen reicht. Die Ursache des Lichtes ist, wie die gesamte Existenz des uns bekannten Universums, im sogenannten „Urknall“ zu finden. Aus dieser Singularität dehnte sich die konzentrierte Energie aus, ließ Licht und Materie entstehen, legte sämtliche Naturgesetze fest und sorgte damit für das Entstehen von Allem.

Wenn Freimaurer heute das Licht als wesentliches Symbol ihrer Arbeit nutzen, dann ist dies nichts anderes als der Respekt vor der dahinter steckenden Schöpferkraft oder dem Prinzip als der Ursache allen Seins. Aus diesem Grund verehren Menschen das Licht als Symbol für diese Kraft in der Manifestation ihrer unterschiedlichen Gott-Vorstellungen. Freimaurer halten daher zu Recht das Licht für eine essentielle Voraussetzung ihrer Arbeiten, weil ohne Licht nichts existieren würde. Wenn Licht als die Ursache allen Seins erkannt wird, dann auch als die Ursache menschlichen Lebens, das folgerichtig sowohl als Materie, als auch aus Energie, als Teil des Gesamtspektrums, bestehen muss.

Damit werden, für mich, die Hinweise auf „den ewigen Osten“ sinnvoll, weil nach den bekannten Energieerhaltungssätzen Energie (unsere Körper sind materialisierte Energie) allenfalls umgewandelt, nicht aber zerstört wird. Wohin geht „unser Licht“ nach dem Ende unserer Materie? Kehren wir zurück zum Ursprung? Wie geschieht das und was geschieht dann? Gibt es so etwas wie eine Aufgabe, vielleicht sogar eine Art Kreislauf?

Welche Kraft steckt dahinter und können wir diese Kraft erkennen? Könnte es unsere Aufgabe sein, diese Kraft zu erkennen, sie zu nutzen um unser Hier und Jetzt im Sinn dieser Kraft zu verändern? Diese Kraft hat, für mich, einen Namen. Es scheint sinnvoll und zugleich „lohnend“ zu sein, danach zu suchen um damit zu arbeiten. Ich denke, wir könnten damit Antworten auf die Fragen dieser Welt finden.

(Werner J. Kraftsik,
12. März 2020)

#Gedanke: Eingewoben

„Eingewoben
in die Wälder,
in die Wiesen
und das Land
sind Akkorde,
die sich um uns drehen.
Und wenn dies geheime Wispern
schmeichelnd uns die Sinne raubt,
werden wir in Rausch des Klangs vergehen.

Hörst Du es
im sanften Wind,
in dem Blätterrauschen?
Hörst du es,
wenn nachts der Regen fällt?
Kannst Du nach dem Lärm des Tages
still dem Himmel lauschen?
Hörst Du leis
den Herzschlag dieser Welt?

Hörst du es
durch Dach und Wand?
Fern von den Planeten
singt es,
triffst Du nur das Zauberwort.
Wir wollen wieder schweigen lernen,
umso besser hört das Herz,
ist all der Lärm dieser Welt erst fort.“

(Bannkreis,
aus: Bannkreis)